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Weitergeleitet zu Karneval, Fastnacht und Fasching
{{Dieser Artikel|behandelt den Brauch des Karnevals.
  • Zu Einzelheiten der Tradition der Umzüge siehe Karnevalsumzug
  • Zur japanischen Mangaserie siehe Karneval (Manga)
  • Zu dem polnischen Historiker siehe Adam Fastnacht}}

Als '''Karneval''', '''Fastnacht''', '''Fassenacht''', '''Fasnacht''', '''Fasnet''', '''Fasching''', '''Fastabend''', '''Fastelovend''', '''Fasteleer''' oder '''''' bezeichnet man die , mit denen die Zeit vor der vierzigtägigen Fastenzeit ausgelassen gefeiert wird. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dient der Vorbereitung auf das Osterfest.

Der Karneval wird sehr unterschiedlich begangen: .

Geschichte

Altertum

Vorläufer des Karnevals wurden bereits vor 5000 Jahren in bei ausgelassenen Festen praktiziert und dies ist bis heute ein charakteristisches Merkmal des Karnevals.

In allen Kulturen des Mittelmeerraumes lassen sich ähnliche Feste, die meist mit dem Erwachen der Natur im Frühling in Zusammenhang stehen, nachweisen: In feierte man das ausgelassene Fest zu Ehren der Göttin Isis und die Griechen veranstalteten es für ihren Gott Dionysos und nannten es Apokries.

Die schließlich feierten vom 17. Dezember bis 19. Dezember die Saturnalien zu Ehren ihres Gottes Saturnus. Das Fest war verbunden mit einem öffentlichen Gelage, zu dem jedermann eingeladen war. Hinrichtungen wurden wegen der Saturnalien verschoben. Sklaven und Herren tauschten zeitweise die Rollen, feierten und saßen gemeinsam bei Tische, tranken und aßen, konnten jedes freie Wort wagen und überschütteten sich mit kleinen Rosen. Aus den Rosen entstand möglicherweise das in unseren Tagen bekannte Konfetti. Die Römer veranstalteten bereits farbenprächtige Umzüge, bei denen ein geschmückter Schiffswagen umhergezogen wurde.

Jedoch werden in der aktuellen Forschung Termine wie Saturnalien oder Lupercalien als Ursprung des Fastnachtsbrauchtums stark angezweifelt. In vielen Masken, Figuren und Bräuchen scheinen sich auch vorchristliche Riten, beispielsweise solche der keltischen Religion, erhalten zu haben, die den Wechsel vom kalten Winterhalbjahr in das warme und fruchtbare Sommerhalbjahr beinhalten. Den Winter habe man versucht zu vertreiben, indem man sich als Geister, Kobolde und unheimliche Gestalten aus der Natur verkleidete und mit Holzstöcken wild um sich schlug oder mit einer Rassel oder Ratsche (Schnarre) Lärm machte. Bei Fasnachtsbräuchen in Tirol und findet die Symbolisierung des Kampfes zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse, zwischen Frühling und Winter immer noch statt. Beispielhaft dafür ist der Egetmannumzug in Tramin oder das Mullerlaufen in Thaur.

Germanische Theorien (sogenannte ''Kontinuitätsprämissen'') hatten insbesondere während des Nationalsozialismus Konjunktur, werden heute aber teilweise unbewusst noch immer zitiert. Die Skepsis gegenüber allen Theorien, die eine Überlieferung germanischen oder keltischen Brauchtums annehmen, hält seit 1945 ungebrochen an. Es ist aus diesem Grund davon auszugehen, dass über mehrere Jahrhunderte keine Feste ähnlich der Fastnacht stattfanden, sondern diese eher im hohen und späten Mittelalter mit der Fastenzeit entstanden.

Mittelalter

Im mittelalterlichen Europa feierte man vom 12. Jahrhundert bis zum Ende des 16. Jahrhunderts ?Narrenfeste? um den Epiphaniastag, den 6. Januar. Zwar fanden solche Feste auch in Kirchen statt, sie waren jedoch keine kirchlichen Feste. Dabei übernahmen die unteren Kleriker vorübergehend Rang und Privilegien der höheren Geistlichkeit. Kirchliche Rituale wurden parodiert. Selbst ein ?Papst? wurde gekürt, am 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, wurde oftmals ein Kinderbischof ausgewählt. In Gestalt von Prozessionen wurden auch die Bewohner der Städte am Fest beteiligt. Auch während der eigentlichen Karnevalstage waren Narren- oder Eselsmessen weit verbreitet.

Die derzeit älteste bekannte literarische Erwähnung der ''?fasnaht?'' findet sich in einem auf das Jahr 1206 datierten Teil des (Bayern) reklamiert deshalb für sich, Wiege des deutschen Karnevals im Allgemeinen und der Weiberfastnacht im Besonderen zu sein.

Eine der frühen Erwähnungen der Fastnacht findet sich in : ''Geschichte der Stadt Speyer.'' Band 1, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5.</ref>

Am 5. März 1341 wird das Wort ?Fastelovend? im so genannten Abbildungen des Fastnachtstreibens.

Der Kölner Stadtrat verbot wiederholt den ?.

Die mittelalterliche Fastnacht wird auf die augustinischen Lehren in seinem Werk ''De civitate Dei'' zurückgeführt. Die Fastnacht steht daher für die ''civitas diaboli'', den Staat des Teufels. Daher wurde die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet, um zu zeigen, dass die ''civitas diaboli'' wie auch der Mensch ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Mit dem Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.

Insbesondere im ausgehenden 14. und 15. Jahrhundert wurde im deutschen Raum Fastnacht gefeiert, so z. B. die er . Um diese Zeit fand auch der Narr Einzug in die Fastnacht, der im didaktischen Sinne der Fastnacht auf die hinweisen sollte.

In manchen Fastnachten ? insbesondere in Tirol ? wird vor diesem Hintergrund bereits am Fastnachtsdienstag­abend zum ?? die Maske um sechs Uhr abgelegt. Der Hintergrund ist nicht eindeutig. Schon schrieb von der Sitte der Kelten, den neuen Tag mit Einbruch der Dunkelheit beginnen zu lassen, so wie auch mit Anbruch des Winters bei ihnen das neue Jahr begann (vergleiche Halloween). Zum anderen ist aber auch der Tagesbeginn mit Einbruch der Nacht ein Element der jüdischen und urchristlichen Tradition.

Am 9. Februar 1609 wurden zum wiederholten Male in Köln das Karnevalsfest und die ?Mummerei? verboten, um die öffentliche Ordnung zu wahren. Oft artete es neben dem üblichen Trommeln und Trompeten sogar in Exzessen aus ? auch durch Träger geistlicher Kleidung. 1610 ließ man die Handwerksgesellen in ihrem Mummenschanz dann wieder gewähren, 1640 wurden vom Volk und der niederen Geistlichkeit sogar ?Narrenbischöfe? gekürt. Am 7. Februar 1657 erging erneut das Ratsverbot zur ?Mummerei? in der Karnevalszeit. 1660 wurde eine innerstädtische Schutztruppe aufgebaut, die man ''Funken'' nannte. Das war wohl die Geburtsstunde der . Trotz Vermummungsverbot wurde 1699 ein Stadtsoldat durch Karnevalisten erstochen.

Neuzeit

Die Reformation stellte die vorösterliche Fastenzeit in Frage. Die Fastnacht verlor damit ihren Sinn. In protestantischen Gegenden gerieten viele Bräuche zum Teil wieder in Vergessenheit. Im Barock und Rokoko wurden vor allem auf und an den Fürstenhöfen Karnevalsfeste gefeiert, deren Masken sich stark an die italienische Commedia dell?arte anlehnten.

Am Donnerstag vor Karneval tanzten und sprangen im Februar 1729 die Nonnen im Kölner Kloster St. Mauritius in weltlicher Verkleidung durch die Hallen. Das war vermutlich die erste Weiberfastnacht. 1733 wollten die Jesuiten die Auswüchse zur Karnevalszeit durch spezielle Fastnachtsspiele überwinden. Am 7. Februar 1779 wurden Maskeraden und Mummerei in Köln erneut verboten, diesmal jedoch wegen der Kriegsgefahr als potenzieller Gefahrenquelle.

Während in den von Preußen während seines Besuches in Köln im Jahre 1804. Der kölnfreundliche König erinnerte sich später bei seinem erneuten Besuch 1848 anlässlich des Beginns des Weiterbaus am Kölner Dom daran und rief zum Schluss seiner Ansprache auch ?Alaaf?.

Das Bürgertum feierte zwar nach wie vor närrische , die Straßenfastnacht war aber nahezu ausgestorben. Der Karneval in Köln, das nach dem Abzug der Franzosen seit 1815 war, wurde 1823 mit der Gründung des ?Festordnenden Comites? neu belebt und organisiert, vermehrt um die Komponente der Kritik an der (fremden) Obrigkeit: ein ?kulturpolitischer Streich mit humoristischem Ambiente?.

Vor allem in , der Schweiz, dem Elsass, Bayern und erhielten sich ältere Formen. Besonders in Baden-Württemberg wird heute somit zwischen Karneval und ''schwäbisch-alemannischer Fastnacht'' unterschieden. Nachdem sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch hier der Karneval durchgesetzt hatte, wurde nach dem Ersten Weltkrieg eine Rückbesinnung auf die alten Formen gefordert, die sich in der Gründung der 1924 manifestierte.

Während ältere Fastnachten in Südwestdeutschland sich nach wie vor hauptsächlich in katholischen Gebieten finden lassen, führte ein regelrechter Fastnachtsboom in den 1990er Jahren auch in protestantischen Gegenden die Fastnacht ein. In der Schweiz hat trotz Reformation und Verbot halten.

In anderen Ländern konnten sich der Fasching und der Karneval kaum etablieren; so gerieten in England viele Bräuche aufgrund der Reformation Heinrichs VIII. in Vergessenheit, die sich daher auch nicht in den Vereinigten Staaten und Kanada festigen konnten. Als eine der wenigen Ausnahmen gelten hier und das früher französische und katholische New Orleans.

Begriffsherkunft und -verbreitung im deutschsprachigen Bereich

Fastnacht, Fasnacht

Das Wort ''Fastnacht'' stammt von mittelhochdeutsch ''vastnaht'' (belegt seit 1200 und in der Bedeutung ?Vorabend vor der Fastenzeit?, also seit der . De Gruyter, Berlin/ New York 1967; Neudruck (?21. unveränderte Auflage?) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 186.</ref>

''Fastnacht'' und seine Abwandlungen werden vor allem in verwendet.

In Hessen und Rheinhessen heißt es ''Fas(s)enacht'', in Franken ''Fasenacht'', in der Schweiz und in Teilen Badens ''Fasnacht'', im restlichen Baden sowie Württemberg und Bayerisch-Schwaben ''Fasnet'', regional auch ''F(a)asent'' und in Luxemburg ''Fuesend''. Weitere sprachliche Ausprägungen sind ''Fosnet'', ''Foaset'' und ''Fassend''. Im niederdeutschen Sprachraum heißt es plattdeutsch ''Faslaomt'' oder ''Faslam'' ? dabei entspricht der ''Faslam'' in protestantischen Gebieten nicht dem, was gemeinhin unter Karneval verstanden wird. Im Großraum Köln wird in der auch ''Fastelov(v)end'' oder ''Fasteleer'' verwendet, während man dort im Hochdeutschen ausschließlich von ''Karneval'' spricht.

Volksetymologien stellen bald eine Verbindung zum Wort ''Fass'' her, bald (aber eher spielerisch) zum ?Fest?, dem ''Faseln'' oder dem Ausdruck ?fast Nacht?. Der Vergleich der Dialektwörter ergibt jedoch eine mögliche gemeinsame Grundform ''*fasanaht'', die diese Interpretationen widerlegen könnten. Die Bedeutung des Vorderglieds ''fasa-'' bleibt unklar. Am wahrscheinlichsten scheint ein Anschluss an eine indogermanische Verbalwurzel ''*pwos-'' mit der Bedeutung ?reinigen, läutern, fasten?, was zu verschiedenen Elementen des Brauchtums passen würde.

Europa

Schwerpunkte des Karnevals sind in Deutschland das Rheinland, Rheinhessen, , das , die Lausitz, Franken (vor allem in der Region um ) und (ohne , siehe auch ), sowie in Luxemburg Diekirch, Echternach und Remich, in der Schweiz Basel und Luzern, in den Niederlanden Limburg und Noord-Brabant.

Verspottete man im rheinhessischen Mainz in der Franzosenzeit die Besatzer, so konnten wiederum im rheinischen die straffrei verballhornt werden, die nach dem Wiener Kongress das Rheinland und Westfalen annektiert hatten.

In Österreich wird der Karneval als ''Fasching'' oder ''Fasnacht'' bezeichnet. Eine der ältesten Bräuche ist das ''Blochziehen'' in Westösterreich. Diese Veranstaltungen finden nicht jedes Jahr statt, das ''Larchzieh?n'' im und das Telfer ?Schleicherlaufen? finden nur alle fünf Jahre während der Fasnacht statt.

In Polen stellen Krakau und die Kaschubische Schweiz im Norden des Landes Hochburgen des Karnevals dar. Fester Bestandteil der Feierlichkeiten war neben der Kostümierung und zahlreichen Festbällen das Zubereiten besonders kalorienreicher Fleischgerichte, Süßigkeiten und Backwaren im Vorfeld der Fastenzeit. Zudem nutzten junge Frauen die karnevalistischen Bälle gezielt, um Männer für die Ehe zu finden. Zum masurischen Brauchtum zählt die ?Enthauptung des Todes? ''(?ci?cie ?mierci)''. Heute wird der Karneval mit familiären Riten und Zusammentreffen sowie kostümierten Feiern abgehalten. In den letzten Jahren hat der kostümierte Karneval zudem auch die polnische Hauptstadt Warschau erreicht.

In , der seit 1502 stattfindet.

In Frankreich wird Karneval in allen französischen Großstädten wie Nizza und Dunkerque und auch in vielen Kleinstädten gefeiert (Granville, Hombourg-Haut).

In Portugal gilt der Karneval in den Küstenstädten wie an der Algarve, rund um die Kanäle Aveiros oder auf der ''Avenida 25 de Abril'' in Figueira da Foz als besonders bekannt. Dort dominieren zunehmend brasilianisch inspirierte Sambagruppen. Im Landesinneren, insbesondere im Nordosten mit seinen keltischen Wurzeln, haben sich dagegen noch ursprüngliche Karnevalsformen gehalten, beispielsweise in der Gemeinde Podence.

Zentren des Karnevals auf dem italienischen Festland sind neben dem Karneval in Venedig, in Florenz und Rom auch Viareggio und Fano sowie auf Sizilien Acireale und Sciacca.

In Russland, der Ukraine und in wird in der Woche vor dem Beginn der orthodoxen Fastenzeit ein dem Karneval verwandtes Ereignis, die Masleniza, begangen.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm wird seit dem Jahr 1910 jährlich der Quarnevalen, ein Umzug, gefeiert.

Im griechischen Patras wurde 1980 die ''Föderation Europäischer Carnevalsstädte'' (FECC) gegründet. Es besteht auch eine deutschsprachige Sektion.

Außerhalb Europas

In Südamerika zählen zu den Hochburgen des Karnevals außerhalb von Brasilien das bolivianische Oruro und das kolumbianische Barranquilla. In Mittelamerika wird Karneval unter anderem in Antigua, Bahamas, Barbados, Cayman Islands, Dominikanische Republik, Guyana, Haiti, Kuba, Puerto Rico, Trinidad und Tobago sowie St. Kitts und Nevis gefeiert. Die bekanntesten Mardi Gras in den USA sind der Karneval von New Orleans und Mobile; in Québec (Kanada) gibt es den winterlichen .

Seit 1972 findet im syrischen Marmarita ein Karnevalsumzug statt, der durch nach Brasilien ausgewanderte Heimaturlauber initiiert wurde, und zwar am Abend vor , da Ausgewanderte in der Zeit gern einen Heimatbesuch machen.

Ähnlich geht auch der (2011)

Portugiesischem Einfluss sind auch die Karnevalsumzüge im indischen Goa und im osttimoresischen Dili zu verdanken. Die Feierlichkeiten in Letzteren sind eine noch sehr junge Tradition. Erstmals wurden sie 2010 vom Tourismusministerium Osttimors organisiert, fanden aber großen Anklang in der Bevölkerung und spiegeln die Vielfalt der lokalen Musik- und Tanzgruppen wider, die bis zum Morgengrauen im Stadtzentrum Dilis spielen.

Kulinarisches Brauchtum

Verbunden mit Fasching und Karneval ist auch Brauchtum rund um bestimmte Gerichte, die bevorzugt oder ausschließlich in dieser Zeit genossen werden. Kurz vor der Fastenzeit enthalten diese besonders die Zutaten, welche während der Fastenzeit verboten sind. Dies gilt nicht nur für Fleisch, sondern auch für Eier und Fett. Letzteres lässt sich auch aus vielen Bezeichnungen für Karnevalstage ableiten: Fettdienstag und ''Mardi gras'', Martedi grasso oder Fettisdagen (französisch bzw. italienisch oder schwedisch für Fetter Dienstag).

Fett bezieht sich einerseits auf fettreiche Speisen, bei denen besonders Schweinefleisch und Speck beliebt sind. Andererseits auf Gebäck, welches in Fett ausgebacken wird. Fettgebackenes wie Berliner Pfannkuchen, Krapfen, welches überwiegend süß zubereitet wird, ist international in verschiedenen Varianten verbreitet. Häufig anzutreffen sind regionale Rezepte mit ebensolchen Bezeichnungen, die sich jedoch häufig in der Rezeptur ähneln. Eine weitere Zutat, welche in Faschingsspeisen häufig vorkommt, sind Hülsenfrüchte, besonders Erbsen und Bohnen, die als Zeichen der Fruchtbarkeit gelten (siehe auch den Brauch um den ).

Traditionelle Rufe

Zur Fastnacht gehören Narrenrufe, mit denen die Karnevalisten sich begrüßen oder Büttenreden abschließen. Solche Narrenrufe sind in Deutschland regional sehr unterschiedlich. Als bekannteste und bundesweit verbreitetste gelten ?Helau? und ?Alaaf?. Im Rheinland wird traditionell meist ?Alaaf? gerufen, jedoch in Düsseldorf, am Niederrhein, im Ruhrgebiet und von Mainz und Würzburg südlich ?Helau?. Auch in Braunschweig rufen die Narren ?Brunswick Helau?. Die Mainzer haben den Ruf ?Helau? von Düsseldorf übernommen. Auch in Westfalen ist ?Helau? der gängige Ruf, regionale Besonderheiten sind aber auch hier vorhanden. Bei Maskenumzügen in Süddeutschland rufen die Maskenträger häufig ?Narri?. Das Publikum am Straßenrand antwortet mit ?Narro?. Zahlreiche Orte in Deutschland und in den deutschsprachigen Nachbarländern haben eigene Rufe entwickelt.

Rechtsfragen

Die genannten Karnevalstage gelten nicht als gesetzliche Feiertage, denn die Feiertagsgesetze der Bundesländer erwähnen weder den Rosenmontag noch andere Karnevalstage. Dann ist arbeitsrechtlich zu klären, wie es an jenen Tagen zu einer Arbeitsbefreiung kommen kann. In vielen Bundesländern werden jedoch Faschingsferien für Schulkinder um die Fastnachtstage gelegt.

Als so genannte ''betriebliche Übung'' wird der Umstand bezeichnet, dass eine regelmäßige Wiederholung einer bestimmten Verhaltensweise durch den Arbeitgeber vom Arbeitnehmer so aufgefasst werden darf, dass diese Verhaltensweise des Arbeitgebers auch in der Zukunft bestehen wird bzw. von Dauer ist. Wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmern in der Vergangenheit (mindestens drei Jahre) am Rosenmontag ohne erkennbaren Vorbehalt frei gegeben hat, dann dürfen die Arbeitnehmer darauf vertrauen, dass diese Arbeitsfreistellung am Rosenmontag auch weiterhin gilt; der Arbeitgeber kann mithin nicht stillschweigend seine Verhaltensweise plötzlich ändern. So entsteht eine rechtliche Bindung, die nur dadurch aufgehoben werden kann, wenn das Einverständnis der Arbeitnehmer erfolgt ist oder Änderungskündigungen ausgesprochen wurden.

Für Beamte indes gibt es keine ''betriebliche Übung'', weil die Gewährung einer Dienstbefreiung am Rosenmontag im Ermessen des Dienstherrn steht.

Wenn ein Richter einen Gerichtstermin auf den 11.11. um 11:11 Uhr legt, kann er deswegen nicht als befangen abgelehnt werden. Ein kleiner Scherz ist erlaubt.

Museen in Deutschland mit Bezug zum Karneval

  • Das Deutsche Fastnachtmuseum in Kitzingen (Franken), offizielles Museum des Bundes Deutscher Karneval
  • , Museum und Geschäftsstelle des in der historischen Altstadt
  • .
  • In Koblenz gibt es seit Frühjahr 2001 das Rheinische Fastnachtsmuseum Koblenz e. V.
  • Das ''Zentrale Karnevalsarchiv und -Museum'' des Ausschusses Aachener Karneval befindet sich im am Aachener Markt.
  • Das Mainzer Fastnachtsmuseum liegt in der Innenstadt im ehemaligen Proviant-Magazin.
  • Das ist im Menden.
  • In Duisburg gibt es das 1. Niederrheinische Karnevalsmuseum. 1973 entschloss sich der Hauptausschuss Duisburger Karneval, die Geschichte des Karnevals am Niederrhein zu dokumentieren. 1985 konnten die gesammelten Exponate erstmals ausgestellt werden, seit 1998 befindet sich das Museum in den Räumlichkeiten einer Schule im Duisburger Norden.
  • Der ist das Zentralmuseum der .
  • Das privat geführte ''Internationale Maskenmuseum'' in Diedorf bei Augsburg ist mit 5000 ausgestellten authentisch getragenen und alten Masken das größte seiner Art. Es erforscht und archiviert weltweite Maskenkulturen, die in einer großen Bibliothek und einer Mediensammlung zusätzlich zu den Exponaten zugänglich gemacht werden sollen.
  • Das gibt es in Speyer.
  • Im Dürener Stadtteil Lendersdorf befindet sich das Kulturhistorische Karnevalsmuseum des Regionalverbandes Düren im Bund Deutscher Karneval.
  • In Eschweiler gibt es ein .
  • Das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein liegt bei Eigeltingen im Hegau.
  • In Goch betreibt das Festkomitee Gocher Karneval (RZK) seit 2008 ein Karnevalsmuseum im historischen Steintor.

Siehe auch

  • Apokries
  • Bakla Horani
  • Narrenruf
  • Vijanera
  • Larchzieh?n
  • Fastnacht in Franken

Literatur

  • Michail Bachtin: ''Rabelais und seine Welt. Volkskultur als Gegenkultur''. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-28787-7.
  • Theodor Barth, Ute Behrend, Thekla Ehling, Dirk Gebhardt, Matthias Jung, David Klammer, Frederic Lezmi, Nadine Preiß, Wolfgang Zurborn (Hrsg.): ''Elf Uhr elf.'' Kettler, Dortmund 2014, ISBN 978-3-86206-337-6.
  • Hildegard Brog: ''Was auch passiert: D?r Zoch kütt! Die Geschichte des rheinischen Karnevals''. Campus, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-593-36387-9.
  • Carl Dietmar: ''Kölner Mythen ? wie sich die Kölner ihre Wahrheit(en) basteln.'' Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03574-6.
  • Christina Frohn: ''Der organisierte Narr. Karneval in Aachen, Düsseldorf und Köln von 1823 bis 1914,'' Jonas, Marburg 2000, ISBN 3-89445-269-2 (Dissertation Universität Bonn 1999 Illustriert unter dem Titel: ''Löblich wird ein tolles Streben, wenn es kurz ist und mit Sinn'')-
  • Hans Gapp: ''Die großen Fasnachten Tirols''. Edition Löwenzahn, Innsbruck 1996, ISBN 3-7066-2135-5.
  • Rolf Gisler-Jauch: ''Fasnächtliches Uri''. Gisler, Altdorf 2005, ISBN 3-906130-32-0.
  • Johannes Grabmayer (Hrsg.): ''Das Königreich der Narren. Fasching im Mittelalter.'' (= ''Schriftenreihe der Akademie Friesach.'' N.F. 1). Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-85391-000-9.
  • Berthold Hamelmann: ''?Helau und Heil Hitler?. Alltagsgeschichte der Fasnacht 1919?1939 am Beispiel der Stadt Freiburg.'' (= ''Alltag & Provinz.'' Band 2). Eggingen 1989, ISBN 3-925016-42-2.
  • Wolfgang Herborn: ''Die Geschichte der Kölner Fastnacht von den Anfängen bis 1600.'' (= ''Publikationen des Kölnischen Stadtmuseums.'' Band 10). Hildesheim/ Zürich/ New York, NY 2009, ISBN 978-3-487-14209-8.
  • Norbert Humburg: ''Städtisches Fastnachtbrauchtum in West- und Ostfalen. Seine Entwicklung vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert''. 1976. (Volltext als PDF)
  • Ruth Mateus-Berr: ''Fasching und Faschismus. Ein Beispiel. Faschingsumzug 1939 in Wien.'' Hrsg. von Manfred Wagner. Praesens, Wien 2007, ISBN 978-3-7069-0451-3.
  • Michael Matheus (Hrsg.): ''Fastnacht/Karneval im europäischen Vergleich.'' (= ''Mainzer Vorträge''. Band 3). Franz Steiner, Mainz 1999, ISBN 3-515-07261-6.
  • Werner Mezger: ''Narrenidee und Fastnachtsbrauch. Studien zum Fortleben des Mittelalters in der europäischen Festkultur''. (= ''Konstanzer Bibliothek.'' Band 15). Universitäts-Verlag Konstanz, Konstanz 1991, ISBN 3-87940-374-0.
  • Werner Mezger: ''Das große Buch der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Ursprünge, Entwicklungen und Erscheinungsformen organisierter Narretei in Südwestdeutschland''. Theiss, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1221-X. (Habilitation Universität Freiburg im Breisgau 1990)
  • Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): ''Feste im Alpenraum.'' Migros-Presse, Zürich 1997, ISBN 3-9521210-0-2.
  • Dietz-Rüdiger Moser: ''Fastnacht, Fasching, Karneval. Das Fest der ?verkehrten Welt?''. Edition Kaleidoskop, Graz 1986, ISBN 3-222-11595-8.
  • Florens Christian Rang: ''Historische Psychologie des Karnevals.'' 2. Auflage. Hrsg. von Lorenz Jäger. Brinkmann u. Bose, Berlin 1983, ISBN 3-922660-08-8.
  • ''Schweizerisches Idiotikon,'' Band I: ''A?F.'' Huber, Frauenfeld 1881?1885, Sp. 645?654, Artikel ''Fasnacht'' (Digitalisat) (zum deutschschweizerischen Brauchtum in Vergangenheit und älterer Gegenwart).
  • Martin Stotzer, Erich Maeschi, Gerhard Schneider, Markus Schär: ''Büre Nöijohr. Zur Geschichte der Fasnacht im Allgemeinen und über die Anfänge des ?Büre Nöijohrs? ? der ersten Fasnacht im Jahr in der Schweiz.'' Vereinigung für Heimatpflege, Büren an der Aare 2000 (Verlag).

Weblinks

  • ''Fastnacht ? Fasching ? Karneval'' bei Brauchtum.de
  • ''Fasching: Ursprung und Geschichte'' bei Markt.de
  • ''Fasching'' im Austria-Forum
  • ''NarrenWiki''
  • ''Karnevalsmuseen'' bei Museen.de
  • Aufnahmen von Faschingsritualen aus der Sammlung des Bundesinstituts für den Wissenschaftlichen Film (ÖWF) im Onlinearchiv der

Einzelnachweise